Sir Cliff Richard – Ritter auf Kreuzzug für Jesus

Stefan Teplan sprach mit Cliff Richard über Gott und die Welt. Cliff Richard ist einer der erfolgreichsten Pop-Stars aller Zeiten, von der Queen geadelter Ritter und bekennender Christ. Im Interview erzählt er, was ihm Gott, Geld und seine Mission bedeuten.

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Cliff Richard imGespräch mit Stefan Teplan – Ausschnitt aus Weltbild Nr. 20, 1995. Das Interview-Bild machte Bernd Harder

Stefan Teplan: Was bedeutet es für Sie, von der Königin von England zum „Sir Cliff“ geadelt worden zu sein?

Cliff Richard: Für mich ist das eine sehr große Ehre. Ich bin sehr stolz darauf, weil das etwas ist, was ich nicht erwartet habe. Wenn ich eine Platte aufnehme, ist es immer möglich, damit einen großen Erfolg zu haben, eine Gold- oder Platinplatte dafür zu bekommen. Aber man kann im Leben nicht so einfach damit rechnen, zum Ritter geschlagen zu werden.

Stefan Teplan: Sie wurden wegen Ihres starken sozialen Engagements zum Ritter geschlagen. Welche Hilfswerke unterstützen Sie?

Cliff Richard: Vor allem engagiere ich mich seit langem für die Organisation „Tear Fund“ – das ist die Abkürzung für „The Evangelical Alliance Relief Fund“ – , die sehr viele Hilfsprojekte in der Dritten Welt betreibt.

Stefan Teplan: Was tun Sie speziell für diese Organisation?

Cliff Richard: Ich besuche persönlich die einzelnen Missionsstationen in der dritten Welt, ich helfe, Geld zu sammeln, ich gebe Gospel-Konzerte, deren Erlös dem „Tear-Fund“ zukommt. Ich unterstütze aber auch noch viele andere Organisationen. Aber ich hätte nie gedacht, deswegen zum Ritter geschlagen zu werden.

Stefan Teplan: Sie sind gläubiger Christ. Und Sie sind ein Pop-Star. Trennen Sie diese Bereiche voneinander oder kann man das nicht?

Cliff Richard: Ja und nein. Ich trenne es, weil ich die Öffentlichkeit nicht verwirren will. Ich hiete es für falsch, vor mein Publikum zu treten, das Pop-Songs erwartet und dann religiöse Lieder zu singen und das Evangelium zu verkünden.. ich kündige immer vorher an: Das ist jetzt eine Gospel-Show, und wenn Sie dafür keine Karten kaufen wollen, ist das in Ordnung. Aber natürlich kann ich persönlich diese Bereiche nicht voneinander trennen. Wenn Sie einmal überzeugter Christ sind, dann beeinflusst Jesus alles in ihrem Leben. Ich achte deswegen auch auf die Texte in meinen Liedern und denke, dass sie so sind, dass Jesus mit Ihnen einverstanden sein kann.

Stefan Teplan: Aber die Texte in Ihren Pop-Songs sind nicht religiös.

Cliff Richard: Nein, das müssen Sie gar nicht sein. Auch ein christlicher Maler muss nicht unbedingt Jesus oder ein Kreuz darstellen. Es kommt darauf an, wie er die Dinge sieht. Er kann eine Szene aus dem Blickwinkel der Liebe und des Mitleids darstellen. Ein nicht-christlicher Maler würde die gleiche Szene völlig anders malen. Und so muss ich eigentlich auch nicht direkt über Jesus singen.

Stefan Teplan: Sie haben aber auch spezielle religiöse Lieder gemacht und Bücher über das Christsein geschrieben.

Cliff Richard: Ich habe eine ganze Reihe religiöser Alben aufgenommen und Bücher geschrieben wie zum Beispiel „You, Me And Jesus“, „Jesus, Me And You“ und „Questions“.

Stefan Teplan: Sie nutzen also Musik und Bücher durchaus für eine Art Mission?

Cliff Richard: Ja, denn die Rock’n’Roll-Welt hat mir die Möglichkeit eröffnet, viele Menschen zu erreichen. Es ist die Pflicht eines Christen, die Botschaft von Gott zu verkünden, wo er nur kann. Und so nutze ich Platten, Konzerte, Bücher, Fernsehen.

Stefan Teplan: Was bedeutet Ihnen eigentlich das Christentum im Vergleich zu anderen Religionen?

Cliff Richard: In allen anderen Religionen versucht der Mensch, zu Gott zu kommen. Im Christentum ist es so, dass Gott zum Menschen kommt und seine Hand nach ihm ausstreckt. Wir müssen nur einen halben Schritt auf ihn zugehen und er nimmt uns schon an. Ich denke. Das ist ein sehr großer Unterschied. Und wir haben im Mittelpunkt unseres Glaubens einen Menschen, der für uns gelebt hat und gestorben ist. Und der unser Leben verändern kann.

Stefan Teplan: Ihr Vermögen wird auf rund 120 Millionen Mark geschätzt. Wie halten Sie es da mit dem Spruch: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein reicher in das Himmelreich“?

Cliff Richard: Ja, das steht in der Bibel. Die Bibel sagt aber nicht, dass ein reicher Mensch überhaupt nicht in das Himmelreich kommen könnte. Es ist für ihn nur viel schwerer. Es kommt immer darauf an, wie wir leben und denken. Wenn wir unser Leben kontrollieren und mit Gott gehen, wird er uns auch zeigen, wie wir unser Geld verdienen und es benützen sollen. Die Gefahr ist, dass das Geld selbst für einen Christen eine große Versuchung werden kann. Und sein wichtigstes Lebensziel wird. Und das darf es nie werden.

Stefan Teplan: Sie spielen demnächst auch in einem Musical?

Cliff Richard: Ja, das Musical basiert auf dem weltberühmten englischen Roman „Wuthering Heights“ („Stürmische Höhen“) von Emily Bronte. Es ist ein musikalisches Porträt von dessen Hauptfigur Sir Heathcliff. Und das ist meine Rolle. Meine neue Single „Misunderstood“ ist bereits ein Auszug aus diesem Musical, das Ende nächsten Jahres in England aufgeführt werden wird. Vorher aber spiele ich es womöglich schon in New York am Broadway.

Copyright: Stefan Teplan

Erstveröffentlichung im Magazin Weltbild Nr. 20, 1995

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Kommentare

  • Elisabeth Steffen  On Oktober 5, 2009 at 7:09 pm

    Lazarus, den Jesus von den Totren erweckte, war der reichste in Judenland, nach Jesu „Himmelfahrt“, war er es, der die verfolgten Anhänger Jesu auf seinen Ländereien unterbrachte, ihnen Arbeit gab und sie schützte vor Verfolgung durch den Tempel. Wer den Reichtum nur für Gott verwaltet, kriecht durch Nadelöhre. Wer es aber aus Herrschsucht ansammelt …

    (Lies es nach in den 11 Bänden „Das große Evangelium des Johannes“, sie sind auch online frei lesbar)

    WOHLSTAND ist – genau wie Cliff Richard es sagt – eine große Versuchung, er macht bequem. – Auch Arme können hochmütig sein. Armut schützt nicht vor Hochmut. (Vor allem bei der heutigen Erziehung nicht, der Beeinflussung durch Medien und Werbung, selbst „Demokratie“ schmeichelt dem Hochmut des Menschen, anstatt ihn zur Demut anzuregen! Das ist kein Plädoyer für Hitler, sondern für die LIEBE!) Wir müssen schon selber ran und den Hochmiut, diese gefährlichste aller Sünden in uns, angehen und bekämpfen, bis sie weg ist! Es geht nur mit der LIEBE. Nur die schafft das!

    Danke, Stefan Teplan, daß du mir einen unbekannten mit einem bekannten Namen näher gebracht hast!

    Elisabeth

  • Stefan Teplan  On Oktober 6, 2009 at 6:31 am

    Cliff Richard war für Dich der Unbekannte, Jesus der bekannte. Schön, solche Menschen noch zu treffen. Die meisten unserer Zeitgenossen kennen alle möglichen Pop-, Film, Fernseh- und Sportstars und haben keine Ahnung von Jesus. Da hast Du, Elisabeth, den besseren Teil erwählt.

  • Elisabeth Steffen  On Oktober 6, 2009 at 3:27 pm

    Da bist du ja. Es freut mich. Du hast gelesen, was ich geschrieben habe!

    herzlich
    Elisabeth

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